Wächter der Wildschutzhütte

Holzfigur aus der Hand Martin Baurs

Was wird aus einem Baum, dem die Säge zu Leibe rückt? In Lauchheim wird er zum Kunstwerk. An der Wildschützhütte werden Wanderer aus nah und fern seit Kurzem von ihresgleichen in Holzform begrüßt. Hobbyschnitzer Martin Baur macht es möglich.

DORIS WEBER

 

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Mit Hammer und Schnitzwerkzeug werden die Feinheiten eingearbeitet. (Foto: Doris Weber)

 

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Lauchheim. „Ein Treffpunkt in zünftiger Umgebung.“ So wirbt der Schwäbische Albverein Lauchheim für seine idyllisch gelegene Wildschützhütte am Stettberg. Einige Fichtenbäume sollten weichen. Vereinsvorsitzender Rüdiger Backes zog den Lauchheimer Stadtrat und Hobbykünstler Martin Baur zu Rate. Schließlich soll am Sonntag, 2. August, in Lauchheim der VR-Bank/SchwäPo-Wandertag 2015 stattfinden. Drei Wanderrouten zwischen 5 und 18,4 Kilometer verlaufen rund um das Jagsttal und die Kapfenburg. Zwei davon führen direkt an der Wildschützhütte vorbei. Am Eingang soll ein Wandersmann aus Holz die Wandertags-Teilnehmer begrüßen.
Martin Baur machte sich an die Arbeit. Es entstand eine 2,50 Meter große Holzskulptur mit Wanderstock und Hut. Der Wanderer blickt hinüber zur Kapfenburg. Daneben sitzt ein kleines Eichhörnchen.
Wir treffen Martin Baur bei der Arbeit. Er ist öfters hier oben und schnitzt, sägt und feilt. „Zwei bis vier Stunden, länger geht nicht“, so Baur. Dann muss er erst wieder Abstand gewinnen. Danach geht es weiter. „Ein Künstler braucht Geduld.“ Während er erzählt, betrachtet Baur sein Werk – und entdeckt wieder etwas, das er glaubt noch verbessern zu können.
Alles begann vor etwa vier Jahren, als Martin Baur in seinem Garten einen abgesägten Holzstumpf einfach auf den Kopf stellte. Seine Wurzeln, so erzählt er, standen wie Haare zu Berge. Baurs kreative Schaffenskraft war geweckt. Er arbeitete ein Gesicht ein und schon war der „Wurzelsepp“ geboren. Später fertigte Baur aus einem Kieferstamm bei der katholischen Pfarrkirche eine grazile Madonnenfigur. Sportbegeisterte haben wiederum am Bewegungspfad beim Domerlohweiher Gesellschaft durch zwei, Rücken an Rücken stehende, Sportler mit einer glänzenden Stahlkugel.
Der Kfz-Meister, früher mit eigener Autowerkstatt und Tankstelle, hat mit der „Schrauberei“ abgeschlossen. Den Schweißbrenner holt er nur noch gelegentlich heraus. Und die Flex kommt nur zum Einsatz, um seinen Holzskulpturen den letzten Schliff zu verpassen.
Martin Baur hat tatsächlich umgestellt auf Motorsäge und Schnitzwerkzeug. Für seine Tochter Tamara, die in Ehingen-Dettingen den Landgasthof Knupfer betreibt, hat er schon viele schöne Dinge angefertigt. Sei es nun eine geschnitzte Hundetränke für die Vierbeiner oder Deko-Figuren auf den Fenstersimsen.

Samstags ab 14.30 Uhr - Die Wildschützhütte am Stettberg in Lauchheim ist jeden Samstag, mit Ausnahme am 1. Samstag im Monat, für Vereinsmitglieder ab 14.30 Uhr geöffnet. Für die Bewirtung sorgt ein aktiver Hüttendienst des Schwäbischen Albvereins.

© Schwäbische Post 02.06.2015 20:55:23

 

 

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