Welterbe – Bildungsauftrag oder Tourismusfaktor?

Tourismus 22 angehende Kulturmanager zu Besuch bei der Albvereins-Ortsgruppe Lauchheim-Kapfenburg.

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Wolfgang Pösselt im Gespräch mit Studierenden. Foto: privat

Lauchheim. Das Welterbe: Ist es Bildungs- und Vermittlungsauftrag oder Tourismusfaktor? Diese Frage motivierte 22 angehende Kulturmanager aus Ludwigsburg, sich mit Wanderführern und Vorständen des Schwäbischen Albvereins der Sektion Lauchheim-Kapfenburg, Rüdiger Backes und Wolfgang Pösselt, auf eine Wanderung um die Kapfenburg zu begeben. Sie waren im Rahmen ihres Masterstudiums „Kulturwissenschaft und Kulturmanagement“ mit Dozenten auf die Kapfenburg gekommen, um in einem Seminar einen Kulturbetrieb zu entwerfen.

Die Exkursion machte deutlich, dass Kunst und Kultur nicht nur Produkt, sondern auch Prozess der Erinnerung und Zuschreibung ist. Kulturerbe, Tradition und Tourismus, davon waren beide Cicerones auf dem Hauptwanderweg (Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg HW1) rund um Lauchheim überzeugt, bilden ein unauflösliches Dreieck. Denn wer wandert, bringt seine Kultur stets mit. Und wer die eigenen Landschaften pflegt, wie es die Schäfer der Ostalb seit Jahrhunderten tun, sorgt vor Ort für Kultur.

Für den Erhalt von Traditionen zu sorgen, ist das Ziel des Albvereins und wo kann dies besser geschehen als in einem „wanderbaren Deutschland“? Auch deshalb hat Pösselt mit dem Landratsamt Heidenheim den rund 160 Kilometer langen Albschäferweg ausgearbeitet: Er führt an den schönsten Sehenswürdigkeiten der Region vorbei. Für ihre Arbeit erhielten die Macher Qualitätszertifikate, für ihr „Sharing Heritage“ 2018-Engagement auch eine finanzielle Förderung der EU – und dies obwohl die meiste Arbeit ehrenamtlich abläuft, sagt Pösselt. Dass der Albverein gefragt ist, machte Rüdiger Backes deutlich: Durch gezielte Jugendarbeit sei der Verein in den vergangenen Jahren von 140 auf 230 aktive Mitglieder gewachsen. Für die Studierenden bot die Begegnung einen Einblick in ehrenamtliches Kulturmanagement im ländlichen Raum und ein ganzheitliches Erlebnis in der Natur: für Körper, Geist und Seele.

© Schwäbische Post 23.10.2018 16:44

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